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Das „Rhöner Naturmuseum“
in Tann (Rhön)
 

                                              
Im Zuge der Bestrebungen, das etwas abseits der großen Wanderwege gelegene Rhönstädtchen Tann für seine Besucher möglichst attraktiv zu gestalten, ist in 1983 ein gezielt auf die Rhön ausgerichtetes museales Angebot entstanden, das viel Beachtung gefunden hat: Das „Rhöner Naturmuseum“!
Hier werden dem Besucher die Rhönlandschaft mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt vor Augen geführt.
Es befindet sich ganz in der Nähe des „Rhöner Freilichtmuseums“ in dem als „Neuen Bau“ bezeichneten, einstmals zum Besitz der Reichsfreiherren von und zu der Tann-Rathsamhausen gehörigen Gebäude, das die Stadt Tann (Rhön) im Jahre 1980 erworben hat.

Im Sommer des Jahres 1983 konnte in vorläufig einem Stockwerk dieses aus dem Jahre 1689 stammenden, denkmalgeschützten Bauwerkes das “ Naturmuseum „ eröffnet werden.

Im Bestreben, eine auch den Laien ansprechende Ausstellungsweise zu finden, hat man alle naturgetreu präparierten Tiere und Pflanzen in der Wirklichkeit entsprechenden Landschaftsdarstellungen eingebaut, um dem Besucher bewußt werden zu lassen, daß die hier gezeigten Geschöpfe in der Rhön beheimatet sind oder waren. Die als Kombination von Landschaftsmodellen und meisterhaft dargestellten Hintergrundmalereien durch geschickte Ausleuchtung verblüffend echt wirkenden Biotope sind in in sog. „Dioramen“ hinter Glas aufgebaut, so daß der Besucher wie durch ein Schaufenster in die jeweilige Landschaft hineinschaut.

In mühsamer Kleinarbeit hat man so die verschiedensten Lebensräume, wie sie in der Rhön vorkommen, gestaltet, wie etwa die für dieses Gebirge so typische Feld- und Weidelandschaft, Waldpartien verschiedener Typen, dabei u.a. im größten der Dioramen einen herbstlichen Buchenwald, um mit diesem die Tatsache ins Gedächtnis zurückzurufen, daß früher einmal im Land „Buchonia“ - wie die Rhön damals genannt wurde - die Buche den Charakter der Wälder geprägt hat.

So wie sonst überall haben sich in der Rhön Fauna und Flora in den letzten Jahrzehnten und gerade in der jüngsten Zeit drastisch verändert. Darum hat man im Tanner „Naturmuseum“, zeitlich zurückschauend, nach Möglichkeit auch heutzutage selten gewordene und in der Rhön nicht mehr vorhandene Tier- und Pflanzenarten in die museale Darstellung miteinbezogen und dabei auch Formen berücksichtigt, die bis ins Mittelalter hinein in diesem Mittelgebirge noch heimisch waren.
So bekommt der Besucher neben Fuchs, Hase und Reh, Sperber, Stockente und Rebhuhn auch Seltenheiten wie Auer- und Birkwild, Dachs und den in der Rhön heute kaum noch vorkommenden Rothirsch zu sehen.
Natürlich hat man Wert darauf gelegt, gerade für die Rhön typische Besonderheiten wie den Tannenhäher, die Wasseramsel, den Eisvogel und Balzplätze mit Auer- und Birkhähnen lebenswahr zu zeigen.
Von ausgestorbenen Arten sind Biber, Fischotter, Wildkatze, Luchs und Wolf zu sehen und der Braunbär ist zusammen mit Kolkrabe und Uhu in drei Exemplaren als prächtig gestaltete Lebensgruppe vor einer eindrucksvollen Darstellung des gewaltigen Phonolithfelsens der „Steinwand“ dargestellt.

Im Frühjahr 1996 konnte nun das Naturmuseum durch eine weitere, vielbeachtete Ausstellung ergänzt werden: Lebensgroße Nachbildungen eiszeitlicher Menschen und Exponate von Großtieren wie Wisent und Elch vermitteln dem Besucher einen Eindruck vom Leben in der Rhön vom Eiszeitalter bis zur Neuzeit
Ein feuerspuckendes Vulkanmodell zeigt ,daß das Rhöngebirge vulkanischen Ursprungs ist.

Zu Ehren des Tanner Ornithologen Dr. Werner Sunkel ist im zweiten Obergeschoß des Naturmuseums eine vogelkundliche Ausstellung eingerichtet. In Bild- und Texttafeln und mit Exponaten wird über unsere heimische Vogelwelt und deren Zugverhalten informiert. In einem Relief können auf Knopfdruck die Wanderwege einiger Arten beleuchtet werden. Big Brother im Turmfalkennest: Während der Brutzeit von März bis Juni wird das Geschehen in Turmfalkennestern in der gegenüberliegenden Stadtkirche per Videokamera life ins Naturmuseum übertragen.

Ein Teil des zweiten Obergeschosses wird Künstlern der Region für Bild- und Kunstausstellungen zur Verfügung gestellt.

 

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